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Reisebericht Gardasee 2001: 11./12. Tag – Maderno – Salò – Desenzano – Abreise

 Freitag, 3. August 2001
  veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs

Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Malcesine – Castelletto di Brenzone
4. Tag: Pieve – Riva – Wasserfall von Varone
5. Tag: Trento
6. Tag: Albisano – Monte Baldo – Bardolino
7. Tag: Lévico Terme – Caldonazzo See – Gardaland
8. Tag: Mincio – Borghetto – Parco Giardino Sigurtà
9. Tag: Torri del Benaco – Sirmione – Bardolino
10. Tag: Schiffahrt – Limone – Garda
11./12. Tag: Maderno – Salo – Desenzano – Abreise

Da wir den östlichen und nördlichen Teil des Gardasees besonders reizvoll finden, lag auch dort der Schwerpunkt unserer Reise. Aber auch der südliche Teil, wo der Gardasee breit und das Umland flach wird, hat seine Reize. So wollen wir diese Region nicht ganz vernachlässigen und haben für den heutigen Tag, den letzten unserer Reise, eine Rundfahrt mit dem Auto um den südlichen Bereich des Sees geplant.

Da einerseits eine komplette Umrundung des Sees zu lange dauern würde und wir andererseits nicht hin und zurück dieselbe Strecke fahren wollen, werden wir den Weg mit Hilfe einer Schiffsverbindung abkürzen.

Für unsere Rundfahrt kommt die Fährverbindung zwischen Torri del Benaco am Ostufer und Toscolano-Maderno am Westufer wie gerufen. Im Sommer pendeln hier gleich zwei Fährschiffe entgegengesetzt im etwa halbstündigen Takt hin und her.

Gardasee   Gardasee
Fähre / auf dem Schiff

Von unserem Hotel in Brenzone ist es nicht weit bis zur Anlegestelle bei Torri del Benaco. Wir haben Glück. Als wir den Anleger erreichen ist die Fähre kurz davor abzulegen und wir können noch mitfahren.

Dann geht es auf den See hinaus, geradewegs in Richtung des anderen Ufers. Der Gardasee ist hier 7 km breit und so dauert die Fahrt nur etwa 30 Minuten.

Wie so oft im Sommer ist es auch heute recht diesig. Langsam verschwimmen der Hafen von Torri del Benaco und die Scaligerburg im Dunst. Die Fähre mit Namen „Mincio“ gleitet über den heute morgen sehr ruhigen See. Schließlich werden die Konturen des gegenüberliegenden Ufers immer schärfer. Kirchturm, Häuser, dazwischen Zypressen und dahinter liegende Berge tauchen auf. Die steilen Felswände des nördlichen Teils der Uferstrasse Gardesana Occidentale enden hier. Das Land wird nun nach Süden hin immer flacher.

Gardasee   Gardasee
Westufer / Maderno

Toscolano-Maderno ist ein Doppelort, zudem sich die beiden Gemeinden zusammengeschlossen haben. Toscolano und Maderno liegen auf einer Halbinsel, die 2 km in der Breite mißt und 1 km in den See hinein ragt. Die Halbinsel ist eine art Delta und entstand aus Schwemmland des Toscolano Flusses, der sie heute in zwei Teile teilt: im nördlichen Teil liegt Toscolano, im südlichen Maderno.

Die Fähre legt am Hafen von Maderno an und wir können gleich in der Nähe parken. Zunächst gehen wir zum nahegelegenen Hafen von Maderno. Maderno wirkt sehr mediterran. Die weniger steil ansteigenden, aber dennoch hohen Berge im Hintergrund, die Vegetation und nicht zuletzt der sich nach Süden erstreckende flache Teil des Sees tragen das Ihrige dazu bei. Oleanderbäumchen wachsen an der Straße. Der für den Gardasee recht große Hafen liegt in einer halbrunden Bucht, an derem nördlichen Ende sich der Ortskern von Maderno befindet. Zahlreiche kleine und größere Boote dümpeln an ihren Liegeplätzen. Es ist heute noch ein wenig wärmer als in den letzten Tagen.

Gardasee   Gardasee
Straße am Ufer / Oleander

Wir haben jedoch nicht vor die Altstadt zu besichtigen, sondern wollen ein Stück die besonders schöne Uferpromenade “Lungolago Zanardelli” entlang gehen, die das Ufer von Maderno flankiert. Zunächst kommen wir an einem langgezogenen Sandstrand vorbei, der seine Existenz dem Toscolano-Schwemmland verdankt.

Die kaum befahrene Straße, an der die Promenade entlang läuft, wird von großen Pinien angenehm beschattet. Während wir die Strände passieren, verläßt gerade eines der Tragflächenboote den Hafen von Maderno. Es ist deutlich zu sehen, wie das Schnellboot Fahrt aufnimmt und sich dabei langsam aus dem Wasser erhebt. Schließlich gleitet das Boot nur noch auf den Tragflächen daher, die sich unter Heck und Bug befinden.

Gardasee   Gardasee
Uferpromenade / Tragflächenboot

Der See grenzt nun direkt an der Uferpromenade. Links der Straße reihen sich große, luxuriöse Villen aneinander. Die Gebäude sind allesamt von großzügigen Gärten umgeben, die in herrlichen Farben blühen. Jede Villa ist individuell gestaltet und mit viel Liebe zum Detail verziert. Die hellen Fassaden betten sich perfekt in die Gartenlandschaft ein. Es muß ein Traum sein, hier wohnen zu können. Zwischen den Anwesen hindurch reicht der Blick zu den Bergen, die sich im Hinterland von Toscolano-Maderno erheben.

Gardasee   Gardasee
eine der Villen / Blick zu den Bergen

Wir kehren wieder zum Auto zurück, denn es liegt ja noch ein ganzes Stück Wegstrecke vor uns. In südlicher Richtung geht es nun vorbei an so manch edlem Hotel. Wir passieren auch Gardone Riviera mit seinem berühmten Grand Hotel, das bereits 1888 eröffnete.

Unser nächster Halt ist Salò. Salò liegt in einer Bucht, die sich weit nach Westen ausdehnt und ist der größte Ort des Westufers.

Gardasee   Gardasee
großes Bürgerhaus / Boote am Ufer

Wir halten am östlichen Ortseingang und spazieren zunächst über die langgezogene Promenade. Orangenbäumchen säumen den Weg. Der Blick schweift über die Bucht bis hin zu den schönen Fassaden der großen Bürgerhäuser, die sich an der Promenade entlang aneinander reihen. Vielfach verfügen sie über Arkaden, vor denen zahlreiche Eiscafés ihre Tische aufgestellt haben.

Gardasee
Panoramabild »Promenade von Salò«

Der Dom Santa Maria Annunziata, dessen Besichtigung sich lohnen soll, ist leider  nicht geöffnet. So gehen wir weiter, bis wir zum Zentrum gelangen. Hier nehmen wir in einem der Restaurants platz, welches sich direkt an der Promenade befindet. Von unserem Tisch im Freien haben wir eine gute Sicht auf die Bucht von Salò. Um die schöne Promenade und das Flair des Ortes zu genießen, sollte man aber wohl doch besser am Abend und nicht in der Hitze des frühen Nachmittags kommen, wo hier noch nicht viel los ist.

Gardasee   Gardasee
Orangenbaum / Ufer mit Dom

An einem Kiosk versorgen wir uns noch mit neuen kühlen Getränken, dann geht es zurück zum Auto und weiter die Gardesana entlang. Die Straße führt nun am breiten südlichen Ufer des Sees entlang. Die Entfernungen sollte man im Vergleich zum Norden nicht unterschätzen. Die Landschaft ist nun nur noch sanft hüglig. Am Ufer von Moniga del Garda reihen sich viele Campingplätze aneinander.

Der letzte Halt unserer Rundfahrt soll Desenzano sein. Desenzano ist ganz im Süden westlich der Halbinsel Sirmione gelegen und mit seinen 22.600 Einwohnern der größte Ort am Gardasee. Hier ist der Tourismus wesentlich weniger dominant als in den anderen Orten am See. Außerhalb des Stadtkerns haben sich viele moderne Wirtschaftsbetriebe niedergelassen. Wir beschränken unseren Besuch auf den Hafen. Mit etwas Glück finden wir ganz in der Nähe noch einen Parkplatz und gehen zunächst auf die Mole des großen neueren Hafens. Unzählige Sportboote liegen hier vertäut. Vom Ende der Mole aus ist deutlich die Halbinsel Sirmione zu erkennen. Sogar die Scaligerburg und Teile der “Grotten des Catull” können wir sehen.

Gardasee   Gardasee
Mole / neuer Hafen

Gardasee
Panoramabild »Hafen von Desenzano«

Gardasee
Panoramabild »Ufer von Desenzano«

Während der neue Hafen mit seiner Mole in den See hinein gebaut wurde, ist der alte Hafen, der “Porto Vecchio”, in das Ufer eingeschnitten. Eine Brücke dient den Schiffen als Unterführung, die vom Porto Vecchio, den eine Straße vom See trennt, über den modernen Hafen auf den Gardasee gelangen wollen.

Gardasee   Gardasee
Porto Vecchio / neuer Hafen

Um das rechteckige kleine Hafenbecken des Porto Vecchio herum reihen sich schöne Palazzi und alte Lagerhäuser mit Arkaden. Die einst große wirtschaftliche Bedeutung des Hafens von Desenzano ist hier augenfällig. In dem Becken liegen Motorboote, die nicht zu groß zum Durchfahren der Brücke sind. Mehrere Bars haben am Hafenbecken Tische und Stühle aufgestellt. Wir gönnen uns so eine letzte angenehme Erfrischung, bevor wir unsere Fahrt zurück nach Brenzone antreten.

Angekommen am Hotel reicht die Zeit noch für ein erfrischendes Bad im See, dann gibt es auch schon Abendessen.

Traurig aber wahr, dies ist tatsächlich schon der letzte Tag unseres diesjährigen Aufenthalts am Gardasee. So beschließen wir den letzen Abend im reizvollen Torri del Benaco zu verbringen.

Schon als wir an der Scaligerburg von Torri del Benaco vorbei zum Hafen gehen, schallt uns zu unser großen Überraschung Livemusik entgegen. Eine Band spielt direkt am Platz vor dem Hafen. Musik und Gesang sind sehr gut. Es werden moderne, abwechslungsreiche und stimmungsvolle Stücke gespielt. Vor allem aber die Kulisse ist einmalig. Links das Hafenbecken, rechts die Fassaden der alten Häuser. Auf dem Balkon des großen Hotels „Albergo Gardesana“ servieren die Kellner den Gästen.

Gardasee   Gardasee
Livemusik in Torri / Band

Wir genießen das Konzert bis zum Schluß. So fällt der Abschied vom Gardasee erst richtig schwer. Hinter dem Hafenbecken erhebt sich die dunkle Silhouette der Scaligerburg und im Wasser spiegeln sich die Lichter der Straße.

Gardasee   Gardasee
Häuser am Hafen / Hafen und Scaligerburg

Der nächste Tag – Wir Frühstücken um 8 Uhr und machen uns nach den Formalitäten an der Rezeption dann gleich auf die Heimreise. Bis Rovereto staut sich der Verkehr auf den Straßen, da nun viele Reisende den Gardasee wie wir verlassen. In Österreich wird das Wetter dann kühler und regnerisch und nach einer Zwischenübernachtung im Etap-Hotel in Lenting bei Ingolstadt sind wir am Sonntag wieder in Lüneburg. Eine weitere sehr schöne Gardaseereise ist nun zu Ende.

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3 Kommentare zu "Reisebericht Gardasee 2001: 11./12. Tag – Maderno – Salò – Desenzano – Abreise"

Kommentar von Anne
1. November 2009 um 18: 27

Einer der schönsten Reiseberichte den ich je gelesen habe. Die wunderschönen Fotos haben mich angeregt auch ein mal an den Gardasee zu fahren.

Danke

Kommentar von Andrea
10. Juli 2010 um 16: 35

Habe die Seite zufällig über “google/Bilder” gefunden und bin begeistert!!! So zauberhafte Fotos und so lesenswert und interessant geschrieben! Danke, weiter so!!!
Andrea

Kommentar von Ferdl
31. August 2010 um 15: 13

..war schon oft am Gardasee und bilde mir ein, mich gut dort auszukennen. Aber durch diese Berichte, die ich mit Genuß gelesen habe, ist wieder einiges an Wissen dazugekommen. Dafür und für die vielen schönen Bilder ganz herzlichen Dank an den Verfasser.

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