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Reisebericht Gardasee 2001: 8. Tag – Mincio – Borghetto – Parco Giardino Sigurtà

 Dienstag, 31. Juli 2001
  veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs

Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Malcesine – Castelletto di Brenzone
4. Tag: Pieve – Riva – Wasserfall von Varone
5. Tag: Trento
6. Tag: Albisano – Monte Baldo – Bardolino
7. Tag: Lévico Terme – Caldonazzo See – Gardaland
8. Tag: Mincio – Borghetto – Parco Giardino Sigurtà
9. Tag: Torri del Benaco – Sirmione – Bardolino
10. Tag: Schiffahrt – Limone – Garda
11./12. Tag: Maderno – Salo – Desenzano – Abreise

Die heutige Ausflugsroute führt ganz in den Süden des Gardasees. Unser Ziel ist die Gegend des Mincio Flusses südlich von Peschiera. Um Zeit zu sparen biegen wir bei Garda von der Uferstraße Gardesana Orientale ab und fahren auf die bei Affi beginnende Schnellstraße 450. Bis Peschiera geht es so äußerst zügig voran. Unser Ziel ist das etwa 12 Kilometer südlich von Peschiera gelegene Örtchen Borghetto di Valeggio. Genauer gesagt handelt es sich um einen kleinen Vorort von Valeggio sul Mincio.

Der Fluß Mincio ist der einzige Abfluß des Gradasees. Es ist möglich per Schiff vom Mincio über den Po bis in das Mittelmeer zu gelangen. So hatte der Fluß einst eine wichtige strategische Bedeutung, denn Kriegsschiffe und Material konnten so relativ einfach zum Gardasee gebracht werden.

Gardasee   Gardasee
Landschaft am Mincio / Mincio

Nachdem wir Peschiera passiert haben folgen wir der Ausschilderung „Valeggio sul Mincio“. Die Straßenführung ist recht unübersichtlich. Dies ist aber nicht weiter tragisch, denn die Landschaft, die sich an den Ufern des Mincio erstreckt, wird nicht zu unrecht häufig als „Toskana des Gardasees“ bezeichnet. Der Mincio windet sich geschmeidig durch die leicht hügelige Landschaft. Rund herum erstrecken sich Weinreben und Wälder. Zwischendurch tauchen ursprünglich anmutende kleine Dörfer Gehöfte auf.

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Flußlandschaft / Borghetto di Valeggio

Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum die Gegend um den Mincio herum ein beliebtes  Ausflugsziel ist. Unter Feinschmeckern genießen viele der Restaurants am Fluß und in der näheren Umgebung  einen hervorragenden Ruf.

Unser erstes Ziel ist Borghetto di Valeggio. Das altertümlich wirkende Örtchen besteht aus nur wenigen, dafür aber um so schöneren Häusern. Dicht drängen sich liebevoll renovierte Häuser, zum Teil mit schönen Natursteinfassaden, aneinander. Eine schmale Straße führt zwischen den Häusern entlang in Richtung Fluß. Es ist fast als sei die Zeit stehengeblieben und Borghetto einem Bilderbuch entsprungen.

Gardasee
Panoramabild »Borghetto di Valeggio«

Borghetto ist gleich hinter dem Mincio Damm, der „Ponte Visconteo“ gelegen. Dieser skurrile Koloß wurde im 14. Jahrhundert  von dem Visconti-Herrscher Giangaleazzo errichtet. Ziel war es aus Backsteinen einen 600 Meter langen Damm zu bauen und den Mincio zu stauen. Damit sollte die südlich gelegene Stadt Mantova, die von einem Feind Giangaleazzos beherrscht wurde, ausgetrocknet werden. Warum der fertige Damm dann aber nie gegen Mantova eingesetzt wurde, bleibt ungeklärt.

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Ponte Visconteo / Wassermühle

Übrig geblieben ist eine faszinierende Ruine gewaltigen Ausmaßes, die heute ganz pragmatisch als Brücke über den Fluß genutzt wird. Die alten Mauern sind teils vom Grün überwuchert und der Mincio fließt ungehindert hindurch. Faszinierend ist diese Kulisse allemal.

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Ponte Visconteo / in Borghetto

In Borghetto treibt der Mincio eine kleine Wassermühle an. Von der Mühle aus hat man einen guten Ausblick auf die Ponte Visconteo. Der Fluß fließt zunächst direkt auf Borghetto zu und wird dann seitlich herumgeleitet. Einige Häuser Borghettos überbauen auch den Fluß, was dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre verleiht. Gegenüber der Wassermühle hat ein kleines Eiscafé geöffnet. Wir nehmen diese Gelegenheit war, denn die Temperaturen steigen immer weiter an.

Auf der anderen Seite Borghettos führt eine Holzbrücke über den Mincio. Gleich dahinter liegt wunderschön am Ufer das berühmteste Restaurant des Mincio Gebiets, die Antica Locanda Mincio. Bekannt ist das historische Restaurant vor allem für seine Teigwaren und Fischgerichte. Die Gäste können im Schatten großer Bäume speisen und dabei die Aussicht auf den Fluß genießen.

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Brücke nach Borghetto / Antica Locanda Mincio

Wir wandern ein Stück am Mincio entlang. Große Bäume spenden hier Schatten. Auf dem Rückweg durchqueren wir dann erneut Borghetto.

Mit dem Auto geht es nun zunächst einen Hügel hinauf zum höher gelegenen Valeggio sul Mincio. Der Ort wird von einer Scaligerburg überragt, von der aber nur noch einige Türme und ein Teil der Mauer erhalten sind. In den Straßen ist es entsprechend der Mittagshitze leer.

Gleich hinter dem Ortsausgang sind wird dann auch schon an unserem Ziel angekommen: dem Parco Giardino Sigurtà. Der zur Villa Sigurtà gehörende Park gilt als einer der schönsten Europas und erstreckt sich über eine Fläche von 50 ha. Graf Carlo Sigurtà (1898-1983) ließ den Park anlegen. Durch Bewässerung mit Wasser aus dem Mincio entstand so innerhalb von 40 Jahren auf dem einst trockenen Gelände eine grüne Oase. Erst seit 1978 ist der Park der Öffentlichkeit zugänglich und wird heute mit Hilfe der Eintrittsgelder  erhalten.

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Parco Giardino Sigurtà / im Park

Bis vor kurzem konnte der Park noch mit dem Auto „erkundet“ werden. Dies ist nun glücklicherweise nicht mehr möglich. Da das 8 km lange Wegenetz für eine Erkundung zu Fuß in der Hitze etwas umfangreich geraten ist, kann der Besucher entweder eine Rundfahrt mit einem Bummelzug machen oder wie wir ein batteriebetriebenes Golf-Caddy mieten. Die Miete für 2 Stunden schlägt sich zwar mit umgerechnet 40 DM zu buche, aber Spaß macht es allemal.

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Blütenpracht / Teich mit Fischen

So rollen wir nun über die etwas holprigen gepflasterten Wege und legen bei dem ein oder anderen schönen Plätzchen einen Halt ein. Die Parkanlage ist wirklich ein Traum. Große, saftig grüne Rasenflächen wechseln sich mit bunten Blumen und alten Baumbeständen ab. Zwischendrin gibt es Teiche mit schönen Seerosen und Kois. Natürlich dürfen auch Zypressen am Wegesrand nicht fehlen.

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Panoramabild »Parco Giardino Sigurtà«

Das Areal ist hügelig und bietet teils erstaunliche Höhenunterschiede. Von verschiedenen Stellen haben wir eine grandiose Aussicht auf den Mincio, die Scaligerburg von Valeggio sul Mincio und Borghetto.

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Borghetto vom Park aus / Blick herunter zum Mincio

Wie befürchtet, so sind die zwei Stunden viel zu schnell vergangen. Auch der leichte Fahrtwind in unserem Golf-Caddy konnte nicht darüber hinwegtäuschen, daß die sommerliche Hitzewelle weiter anhält und das Thermometer inzwischen auf beachtliche 37 °C geklettert ist.

So fahren wir zurück zum Hotel nach Brenzone. Erst abends brechen wir dann erneut auf. Unser Ziel ist das nahegelegene Torri del Benaco.

Aus unserer Sicht ist Torri del Benaco der schönste Ort am ganzen Gardasee. Die Sonne ist bereits untergegangen und der Himmel tief blau gefärbt. Wir betreten die Altstadt aus Süden und kommen zunächst an der beleuchteten Scaligerburg vorbei. Dann geht es langsam weiter die Uferpromenade entlang.

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Scaligerburg am Abend / in den Gassen von Torri

Die Berge des gegenüber gelegenen Ufers erscheinen nur noch als schwarze Silhouette. Ein Fischerboot eilt den See entlang. Die Häuser von Torri sind stimmungsvoll beleuchtet und ein lauer Wind sorgt für ein wenig Abkühlung. Die Lokale sind gut besucht und auf den Straßen sind viele Menschen. Auch wenn viele Touristen im abendlichen Torri del Benaco unterwegs sind, so nehmen Charme und Atmosphäre des Ortes keinen Schaden. Es ist ruhig und angenehm hier am Abend in Torri del Benaco.  Erst spät fahren wir zum Hotel zurück.

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Fischerboot / am Hafen

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