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Reisebericht Gardasee 2001: 6. Tag – Albisano – Monte Baldo – Bardolino
Sonntag, 29. Juli 2001
veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs
Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Malcesine – Castelletto di Brenzone
4. Tag: Pieve – Riva – Wasserfall von Varone
5. Tag: Trento
6. Tag: Albisano – Monte Baldo – Bardolino
7. Tag: Lévico Terme – Caldonazzo See – Gardaland
8. Tag: Mincio – Borghetto – Parco Giardino Sigurtà
9. Tag: Torri del Benaco – Sirmione – Bardolino
10. Tag: Schiffahrt – Limone – Garda
11./12. Tag: Maderno – Salo – Desenzano – Abreise
Der heutige Morgen ist sehr klar. So haben wir eine besonders gute Sicht vom Hotelzimmer aus auf den Gardasee. So reicht unser Blick von Brenzone aus bis weit in den Süden des Sees. Auch die Felsen auf der anderen Uferseite, sowie die über den Felsen liegenden Ansiedlungen von Tremosine, sind gut zu erkennen. Solche guten Sichtverhältnisse sind im Sommer leider selten. So beschließen wir heute auf „den Balkon“ des Gardasees zu fahren. Als „Balkon“ wird das kleine Dorf Albisano, oberhalb von Torri del Benaco gelegen, bezeichnet. Von dort soll der Ausblick besonders beeindruckend sein.

Panoramabild »Aussicht vom Hotel«

Blick aus Hotelzimmer / Westufer
Zunächst fahren wir die Gardesana Orientale in südlicher Richtung bis nach Torri del Benaco. Von hier aus biegt eine kleine Straße ab, die in schmalen Serpentinen zu den höher gelegenen Orten heraufführt. An der Straße liegen verstreut Häuser mit schön gestalteten Gärten. Ein Großteil dieser Häuser befindet sich im Besitz Erholungssuchender aus den norditalienischen Großstädten oder dem Ausland. Die attraktive Hanglage macht die Grundstücke begehrt und die Immobilienpreise hoch.

Albisano / Aussicht
Nach kurzer Fahrt erreichen wir Albisano. Die Gebäude des alten Dorfkerns stehen dicht gedrängt bei der Kirche. Vor der Kirche befindet sich auch gleich die Aussichtsterrasse. Wir stehen auf der Terrasse und sehen nun das wirklich großartige Gardaseepanorama.

Panoramabild »Balkon des Gardasees«
Aus der Kirche hinter uns dringt der Gesang der Sonntagsmesse und wir beginnen langsam die Details des Panoramas mit den Augen zu erkunden. Unten am Ufer liegt Torri del Benaco. Die Häuser erscheinen in Gelb- und Brauntönen vor dem tiefen Blau des Sees. Deutlich ist die markante Scaligerburg mit Turm und Zinnen auszumachen. Die Linienschiffe ziehen ihre Bahnen über den See, eines läuft Torri del Benaco an. Für den Sommer ist der Blick heute wirklich sehr klar. Im Grün des Hanges zwischen der Aussichtsterasse und dem Ufer liegen verstreut Häuser am Hang – beneidenswert, wer so eine Aussicht sein eigen nennen kann. Wir verweilen eine ganze Zeit und können uns an der Aussicht gar nicht satt sehen.
Westufer / Torri del Benaco
Auf der anderen Seite der Kirche liegt der Dorfplatz mit einigen Geschäften. In einem kleinen Supermarkt kaufen wir neue Getränke für den Tag und finden eine besonders schöne Olivenölflasche, die am Gardasee erzeugtes Öl enthält.
Unsere Fahrt geht weiter, immer am Hang des Monte Baldo Massivs entlang. Monte Baldo, so heißt das Bergmassiv am Ostufer des Gardasees. Vom Norden des Sees reicht es 35 km in den Süden bis nach Torri del Benaco. Der Monte Baldo ist somit kein einzelner Gipfel, sondern eine Bergkette, die den Gardasee vom Etschtal trennt.
kleines Bergdorf / Monte Baldo
Wir fahren weiter Richtung Norden. Laubwälder und Almenwiesen wechseln einander ab. Vereinzelt liegen kleinere Ansiedlungen und Höfe an der Strecke. Wir passieren Prada und Prada alta und halten irgendwo an der Straße, die in ihrem Verlauf immer schmaler geworden ist. Vor uns liegt nun eine ausgedehnte Hochfläche mit Almenwiesen und ein wenig Baumbebwuchs. Dahinter erheben sich rundliche Bergkuppen, die kaum noch bewachsen sind. Außer uns haben noch einige italienische Familien den Weg hierher gefunden und nutzen die schöne Monte Baldo Landschaft für ein gemütliches Sonntagspicknick. Auch wir rasten hier und entdecken dabei einige schöne Bergblumen.
Danach geht es die Straße weiter Richtung Norden, die sich, nun noch schmaler werdend, an einer Felswand entlang windet und dann durch das Trovai Tal führt. Nachdem wir das Tal passiert haben, halten wir an einer Lichtung an und wandern die kaum befahrene Straße zurück den Berg hinauf. Mächtige Felsen tun sich hier auf. Die Ausblicke zum Gardasee zwischen Bäumen und Felsen hindurch machen den Gang die Straße hinauf wirklich lohnenswert. Aus dem Schatten des Tals reicht der Blick dann zu dem in der Sonne leuchtenden Gardasee. Deutlich können wir die Landzunge von Campione del Garda am anderen Ufer des Sees erkennen.

Panoramabild »Ausblick zum Gardasee«

Ausblick / Bergstraße
Es geht weiter mit dem Auto bergab in Richtung See. Die Straße ist nun noch schmaler geworden und windet sich in extrem engen Serpentinen den Hang hinunter. Das Gefälle beträgt hier beachtliche 30 Prozent. Während die Straße dem Fahrer so einiges abverlangt, bieten sich immer wieder bemerkenswerte Ausblicke auf den See. Insbesondere das nördlich gelegene Malcesine ist gut zu erkennen.
Die engen Serpentinen enden schließlich und der Laubwald wird von Olivenhainen abgelöst, durch die nun direkt die Straße verläuft. Wir durchfahren mehrere malerische Dörfer, deren Häuser dicht gedrängt in dem Meer aus Olivenbäumen stehen. Dann erreichen wir das Ufer bei Magugnano und stoßen wieder auf die Uferstraße Gardesana Orientale, die wir weiter in Richtung Süden fahren.

Fahrt durch Olivenhain / kleines Dorf
Unser nächstes Ziel soll Torri del Benaco sein. Dort ist es jedoch nicht möglich einen Parkplatz zu ergattern. Es ist halt Sonntag und aus den umliegenden Großstädten wie Verona und Brescia sind scharenweise erholungssuchende Ausflügler an den See gekommen. Wo immer es möglich ist, sind die Seitenstreifen der Gardesana zugeparkt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als weiter Richtung Süden zu fahren und so steuern wir dann Garda an. Das Auto können wir auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz ganz in der Nähe des Zentrums abstellen.
Der Ort Garda hat dem See seinen Namen gegeben und war einst eine der Hauptstädte des Sees. Heute ist Garda ein bei den Touristen besonders beliebter Ort – und dies ist auch nicht zu übersehen. Vielleicht schätzen die Besucher ja das besonders mediterran geprägte Klima, denn Garda ist sehr windgeschützt gelegen.
Wir gehen durch die verwinkelten Gassen der schönen Altstadt. Geschäfte aller Art reihen sich hier aneinander. Die Uferpromenade ist schnell erreicht und wir steuern geradewegs auf ein Eiscafé zu, welches Tische direkt an der Uferpromenade aufgestellt hat. Hier im Schatten und mit einem Eis läßt es sich aushalten, denn die Temperatur ist mittlerweile auf 35 °C geklettert.

Altstadt von Garda / an der Uferpromenade
Nachdem die Eisbecher geleert sind, gehen wir trotz der großen Hitze noch zum Hafenbecken. Auffällig viele Fischerboote liegen im Hafen. Auch wenn der Fischfang heute längst an Bedeutung verloren hat, so arbeiten in Garda noch etwa 100 Menschen als hauptberufliche Fischer. Netze und andere Utensilien sind am Rand der Mole ausgebreitet.
Hinter dem Hafenbecken jenseits der Gardesana steht die Villa Albertini, das wohl bedeutendste Gebäude Gardas. Eine Villa wie aus dem Bilderbuch, umgeben von einer hohen Mauer. Das Gebäude ist rot gestrichen und seine von Zinnen gekrönten Türme lassen es fast wie ein Schloß erscheinen. Die Villa Albertini befindet sich in Privatbesitz und kann leider nicht besichtigt werden.

Fischerboote / Villa Albertini
Jetzt fahren wir zurück zum Hotel, wo wir bis zum Abendessen am Strand bleiben und uns von Zeit zu Zeit im Gardasee abkühlen. Gegen 21:00 Uhr brechen wir jedoch erneut auf. Die Temperatur ist auf angenehme 26 °C gesunken. Unser Ziel ist Bardolino, wenige Kilometer südlich von Garda gelegen.

Bardolino / in der Altstadt
Bardolino ist über die Grenzen des Gardasees für seinen gleichnamigen Rotwein bekannt. Wir halten im Nordwesten in der Nähe eines Campingplatzes und näheren uns über die Viale Dante Alighieri der Altstadt.
Nun bummeln wir durch die reizvoll beleuchteten Gassen bis zum Hafen. Die Restaurants und Bars sind gut besucht. Besonders schön ist die Piazza Matteotti. Hierbei handelt es sich eigentlich nicht um einen Platz, sondern um eine sehr breite Prachtstraße, an deren Ende sich die Kirche Santi Nicolò e Severo befindet. Das weiße Bauwerk wirkt mit seinen vier hohen Säulen eigentlich mehr wie ein Tempel und ist stimmungsvoll mit gelblichem Licht beleuchtet. Eine Kulisse fast wie im Theater. Auf einem Plakat lesen wir, daß am Mittwoch ein Konzert der Philharmoniker Bardolino vor der Kirche stattfindet. Ein Termin, den wir sicher nicht versäumen wollen.

am Hafen / Piazza Matteotti
Zurück im Hotelzimmer erleben wir noch eine Überraschung. Auf der anderen Seite des Sees, wahrscheinlich in Gargnano, wird gerade ein Feuerwerk abgebrannt. Wir bewundern die Lichteffekte aus der Ferne. Der Schall erreicht uns erst mit einigen Sekunden Verspätung.

Feuerwerk / am Westufer
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