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Reisebericht Gardasee 1999: 9. Tag – Verona
Samstag, 31. Juli 1999
veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs
Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Torri del Benaco / Brenzone
4. Tag: Schiffahrt / Torbole
5. Tag: Monte Baldo
6. Tag: Sirmione
7. Tag: Venedig
8. Tag: Westufer
9. Tag: Verona
10. Tag: Abreise
Heute ist leider schon der Tag der Abreise. Da wir aber in München übernachten werden, müssen wir nicht früh morgens losfahren, sondern erst am späten Nachmittag. So nutzen wir den Tag und machen uns gleich in der Frühe auf nach Verona, unserem heutigen und zugleich letzten Ausflugsziel. Die Koffer waren bereits gepackt. Wir kaufen in Torri del Benaco noch Proviant für die Rückfahrt, dann geht es auf direktem Weg nach Verona.
Wir fahren über die landschaftlich schöne Bundesstraße 11. Verona zählt 260 000 Einwohner und ein Stadtplan ist bei der Einfahrt in den Innenstadtbereich unerläßlich. Unser Auto stellen wir in einem Parkhaus nahe der Arena ab.
Bei unserem kleinen Stadtrundgang beschränken wir uns auf den altrömischen Stadtkern in der östlichen Schleife der Etsch. Dort befinden sich die meisten historischen Bauwerke. Der typische rechtwinklige Verlauf der römischen Straßen zeichnet noch heute das Stadtbild aus. Wir betreten den Stadtkern durch das Stadttor Protoni della Bra.

Stadttor Protoni della Bra
Nicht nur dieses Tor, sondern auch große Teile der Stadtmauern sind noch erhalten. Und schon befinden wir uns an Veronas bekanntestem Punkt: der Piazza Brà. Hier steht auch die weltbekannte Arena. Bei der Arena handelt es sich um ein römisches Amphitheater. Es wurde im 1. Jh. nach Chr. erbaut und diente zu Gladiatorenkämpfen und Tierhatzen. Heute finden hier Opernaufführungen und Konzerte statt, die von bis zu 25000 Zuschauern verfolgt werden können. Noch immer geht von dem 138 m mal 109 m messenden ovalen Gebäude eine große Faszination aus. Die Außenmauern sind aber eigentlich nur die innern Stützmauern, da die 30 Meter hohe eigentliche Außenmauer zerstört wurde.

die Arena von Verona
Wir haben uns einen Eindruck von außen gemacht und besichtigen nun die Arena von innen. Die dunklen Gänge unterhalb der Tribünen und die Ausgänge zur Mitte hin wirken ein wenig unheimlich. Das Oval in der Mitte der Arena dient heute nur noch als zusätzlicher Platz für die Zuschauer und die Bühne ist an einer Seite der Stufenreihen aufgebaut. Wir erklimmen die 41 Stufen und sind beeindruckt von der Größe, obwohl wir so nur eine Ahnung davon bekommen, was für eine Atmosphäre hier wohl herrschen muß, wenn die Arena voll besetzt ist und eine Aufführung stattfindet. Zur Zeit sind Bühnenarbeiter damit beschäftigt, die Kulissen für ein Konzert von Andrea Bocelli aufzubauen. Durch die erstaunlich gute Akustik verteilen sich die Geräusche in der ganzen Arena.

in der Arena / die dunklen Gänge mit Ausgang zur Mitte

Arena
Wir setzen unsere Stadtbesichtigung fort und gehen die Via Mazzini herunter, eine elegante und hoch frequentierte Einkaufsstraße.
Als erstes geht es zur Piazza dei Signori. Hier befinden sich die ehemaligen Gebäude der Verwaltung, Regierung und Gerichtsbarkeit. Hier war auch das Herrschaftszentrum der Scaliger, die ja am Gardasee ausreichend ihre Spuren hinterlassen haben. Ihre Stadtresidenz war der mit auffälligen Zinnen geschmückte Plazzo del Governo. Von der späteren Herrschaft Venedigs zeugt der venezianische Löwe an der Fassade.
Auch die Loggia del Consiglio fällt ins Auge. Das zwischen 1476 und 1493 entstandene, sehr attraktiv wirkende Gebäude war einst Raum für repräsentative Anlässe. Außerdem diente es dem Stadtrat als Versammlungsort. In unmittelbarer Nähe des Piazza dei Signori liegt die Hauskirche der Scaliger Santa Maria Antica und der dazugehörige Friedhof. Friedhof ist hier allerdings nicht ganz passend, vielmehr handelt es sich hier um eine recht eigenwillige, wenn auch eindrucksvolle Ansammlung von Grabmonumenten.

Stadtresidenz der Scaliger / Loggia del Consiglio

Friedhof von Santa Maria Antica
Gleich neben der Piazza dei Signori befindet sich die Piazza delle Erbe. Übersetzt heißt dies "Platz der Kräuter" und es handelt sich um den Marktplatz Veronas. Wir bummeln ein wenig über die Marktstände und beobachten das bunte Treiben. Besonders sticht jedoch die mit Fresken verzierte Fassade der Case die Mazzanti hervor. Die Verzierungen an dem Gebäude aus dem 16. Jahrundert sind im Laufe der Jahre allerdings etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.
Piazza delle Erbe

Case die Mazzanti mit verzierter Fassade
Weiter geht es in Richtung Etsch. Wir überqueren den Fluß auf der Ponte Pietra und verlassen somit den alt-römischen Stadtkern Veronas.

Hügel von San Pietro / Ponte Pietra
Wir gehen vorbei am römischen Theater (älter als die Arena), den Hügel von San Pietro hinauf. Vom römischen Theater sind leider nur noch Ruinen und ein Teil der Tribüne erhalten. Hier wurden in römischer Zeit, im Gegensatz zur Arena wo Kämpfe stattfanden, Theaterstücke aufgeführt. Der Weg führt eine steile Treppe hinauf. Oben angekommen werden wir mit einem hervorragenden Blick auf die Stadt belohnt. Wir genießen eine Zeitlang die Aussicht, bevor wir uns auf den Rückweg und zugleich auf den Weg zurück nach Deutschland machen.

herrliche Aussicht von San Pietro auf die Altstadt

Aussicht von San Pietro
Es ist sehr heiß, aber wir kommen bis zum Brenner zügig voran. Nur an den Mautstellen kommt es zu Staus. Gegen 19 Uhr kommen wir in München an und beziehen unsere Zimmer im dortigen ETAP Hotel.
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