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Reisebericht Gardasee 1999: 8. Tag – Westufer

 Freitag, 30. Juli 1999
  veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs

Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Torri del Benaco / Brenzone
4. Tag: Schiffahrt / Torbole
5. Tag: Monte Baldo
6. Tag: Sirmione
7. Tag: Venedig
8. Tag: Westufer
9. Tag: Verona
10. Tag: Abreise

Einmal herum um den Gardasee soll es gehen, denn heute stehen bei uns Orte am Westufer des Sees auf dem Programm.

Zunächst fahren wir in Richtung Norden die Gardesana Orientale entlang. Es ist ein herrlicher sonniger Morgen und wird ein heißer Tag werden. Wir durchfahen die beiden im äußersten Norden des Sees gelegenen Orte Torbole und Riva. In Riva machen wir einen kurzen Zwischenstop um uns günstig mit Proviant für die lange Fahrt zu versorgen. Hinter Riva fahren wir nun weiter in Richtung Süden. Hier beginnt die Gardesana Occidentale. Die Straße wurde erst in den 30er Jahren erbaut. Beim Bau mußten beachtliche Leistungen erbracht werden, da es nötig war, große Teile aus dem Fels herauszusprengen. Heute ist die Gardesana Occidentale mit ihren 50 Brücken und 74 Tunneln eine der schönsten Panaromastraßen der Alpenregion. Die Straße ist allerdings nicht unbedingt einfach zu fahren: Es ist mitunter recht eng und die schnell wechselnden Lichtverhältnisse machen einem zu schaffen. Dafür belohnt die Gardesana Occidentale ihre Befahrer allerdings immer wieder mit herrlichen Ausblicken auf den See zwischen den Felsen hindurch, die steil in den See abfallen. Im nördlichen Bereich der Straße ist die Streuung der ufernahen Ortschaften äußerst gering.

 
Galerien und Tunnel der Gardesana Orientale


Gardesana Orientale

Wir durchfahren Limone sul Garda mit seinen ehemaligen Limonenplantagen und Olivenhainen. Da wir den Ort bereits bei unserem Urlaub 1997 besichtigten, fahren wir jedoch weiter.

Unser erster Halt ist der kleine beschauliche Ort Gargnano mit seinen 3100 Einwohnern. Hier endet die Gardesana Occidentale mit ihren vielen Tunneln und Galerien. Auch die Landschaft ändert sich: die steil in den See abfallenden Felsen weichen hier der weniger wilden Landschaft der Brescianer Riviera. Gargnano zeichnet sich durch sein mildes Klima aus, bedingt durch die günstige Lage am Fuße des Monte Magno. Angeblich sollen hier die ersten Zitrusfrüchte am Gardasee angebaut worden sein. Wir gehen am Schiffsanleger vorbei und dann die liebevoll angelegte Uferpromenade entlang. Überall grünt und blüht es. Die Oelander- und Zitronenbäume verleihen dem Ort eine südliche Atmosphäre. Die Konstrukteure der Uferpromenade zeigten sich hier besonders einfallsreich: die Promenade wurde durch einen Metallsteg nach Süden hin verlängert. So geht man direkt vor den Fischerhäusern entlang, die an das Ufer grenzen und sieht diese sozusagen vom Wasser aus. Auch wenn in Gargnano der Tourismus Einzug gehalten hat, konnte sich der Ort das Ambiente eines kleinen verträumten Fischerortes bewahren.

 
an der Uferpromenade von Gargnano


Gargnano

Wir fahren weiter die Uferstraße entlang in Richtung Süden. Gardone Riviera ist unser nächstes Ziel. Wir fahren aber nicht direkt in den Ort hinein, sondern parken an der Gardesana Occidentale ein gutes Stück vor dem Ortseingang. Zunächst besichtigen wir die Villa Alba, die sich an der zum Berg gewandten Seite der Uferstraße befindet. Die am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Villa besticht durch ihre mächtige Freitreppe. Das Gebäude wurde auf Veranlassung des österreichischen Kaisers als Erholungsstätte gebaut. Heute dient das Gebäude als Kongreßzentrum. Wir erklimmen die Treppe und gehen dann zu Fuß weiter in Richtung Ortseingang.


Villa Alba

Der Fußweg führt oberhalb der Uferstraße entlang und ist dank der üppigen Vegetation schattig, so daß es sich auch während der Mittagssonne aushalten läßt.

Als nächstes steht der Giardino Botanico Hruska auf dem Programm – ein botanischer Garten. Wir biegen vom Fußweg neben der Uferstraße in eine Nebenstraße ein, die steil bergan führt. Es geht an Villen mit großzügig angelegten Gärten vorbei.


eine der Villen

Nach dem etwas mühseligen Aufstieg erreichen wir den botanischen Garten, der von dem deutschen Arzt und Botaniker Arthur Hruska (1880-1971) gegründet wurde. Er richtete hier einen "Weltgarten" ein: ein Garten, in dem Pflanzen von allen Kontinenten vereint sind. Das mediterrane Klima, welches Gardone Riviera der Schutzwirkung der Berge zu verdanken hat, bot hier gute Voraussetzungen für ein solches Projekt. Heute wird der Garten von einer Stiftung des Künstlers André Heller betreut. Der Garten ist zwar nicht allzu groß, aber sehr abwechslungsreich gestaltet. Es sind kleine Berge und Bäche angelegt; die Bepflanzung wechselt zwischen kleinen Hainen, bunten Wiesen und Kakteengruppen – eine Oase der Erholung. Wir erkunden ausführlich den Park. Von manchen Positionen aus können wir sogar den Gardasee ausmachen.

 
Giardino Botanico Hruska / Kakteen

 
Blütenpracht / Wasserspiel

Wir verlassen den botanischen Garten und gehen bergab zum Ortskern hinunter. An der Uferpromenade ist das berühmte Grand Hotel gelegen. Es wurde ab 1880 von dem deutschen Ehepaar Wimmer erbaut. Sie erkannten als erste das touristische Potenzial Gardone Rivieras, damals noch Fischerdorf. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Gardone Riviera Ziel für Erholung suchende Reiche und Künstler. Noch heute zeugt das prächtige Grand Hotel von dieser Zeit.


Grand Hotel

Wir gehen die nicht sehr lange, aber sehr schöne Uferpromenade entlang und ruhen uns mit Blick auf den See ein wenig aus. Dann gehen wir am Fußweg der Uferstraße zurück zu unserem Auto – wir haben noch ein gutes Stück zu fahren: Es geht Richtung Süden über Salo, Desenzano und Peschiera um den See herum.

Am späten Nachmittag sind wir wieder am Hotel und nehmen zum Abschluß des Tages ein erfrischendes Bad im See.

 
Bad im See / nächtlicher Gardasee vom Hotels aus

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