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Reisebericht Gardasee 1999: 7. Tag – Venedig

 Donnerstag, 29. Juli 1999
  veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs

Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Torri del Benaco / Brenzone
4. Tag: Schiffahrt / Torbole
5. Tag: Monte Baldo
6. Tag: Sirmione
7. Tag: Venedig
8. Tag: Westufer
9. Tag: Verona
10. Tag: Abreise

Unser heutiges Ziel liegt rund 170 km im Südosten vom Gardasee: Venedig. Früh sind wir bereits aufgebrochen, haben aber noch zuvor in Torri del Benaco eingekauft, um unser "touristisches Überleben" im teuren Venedig sicherzustellen. Auf der Autobahn 4 kommen wir gut voran, nur die Abfahrt Mestre ist ein wenig kompliziert. Über die Auto- und Eisenbahnbrücke fahren wir in die Lagune von Venedig. Venedig liegt 4 km vom Festland und 2 km vom offenen Meer entfernt in einer Lagune.

In den letzten Jahren sind auf einer Nebeninsel von Venedig große Parkhauskomplexe entstanden, so daß die Anfahrt mit dem Auto kein Problem darstellt. Wir gehen zur Touristeninformation und kaufen uns Tageskarten für die öffentlichen Fährschiffe, die alle wichtigen Teile Venedigs miteinander verbinden. Eine Überraschung gibt es bei den Toiletten. Zu deren Benutzung muß man zunächst eine Magnetkarte kaufen mir deren Hilfe man dann ein Drehkreuz durchqueren kann. Damit niemand ohne zu zahlen über die Absperrung steigt, ist eine Videoüberwachung installiert.

Nachdem wir auch diese Hürde erfolgreich genommen haben, geht es los mit dem Schiff in Richtung Markusplatz. Unsere Schiffslinie fährt nicht durch den Canale Grande, den Hauptkanal von Venedig, sondern von Süden durch den Canale della Giudecca. Dies hat den Vorteil, daß die Anfahrt von Süden an den Markusplatz besonders schön ist. Den Canale Grande werden wir noch später befahren. Das Wetter ist hervorragend. Die Sonne scheint und es ist 25 °C warm.


Campanile und Dogenpalast

Schon von weitem sind der Glockenturm Campanile und der mächtige Dogenpalast zu erkennen. Vom Schiffsanleger kommend passieren wir zunächst die bekannte Seufzerbrücke. Wer die Brücke fotografieren will, muß zunächst anstehen um einen Platz mit freier Sicht zu ergattern.

Vor dem Markusplatz liegen die traditionellen Gondeln, die heute jedoch nur noch eine Touristenattraktion sind. Trotzdem prägen sie auf diese Art und Weise nach wie vor das Bild der Stadt. Trotz aller Fülle ist es immer wieder ein einmaliges Erlebnis, die Lagunenstadt zu besichtigen.

 
Gondeln / Seufzerbrücke

Wie für die meisten Touristen beginnt auch unsere Stadtbesichtigung am Markusplatz, dem Zentrum von Venedig. Hier befinden sich auch die bekanntesten Gebäude: Der Dogenpalast, die Markuskirche und der Glockenturm Campanile. Die Fassade des Dogenpalastes, dem einstigen Regierungssitz der Dogen, wird gerade restauriert. Dies fällt einem aber auf dem ersten Blick gar nicht auf, da das Baugerät komplett mit einer Plane verkleidet ist, auf der die Fassade des Gebäudes naturgetreu abgedruckt ist.

Als erstes wollen wir Venedig aus der Vogelperspektive betrachten und fahren dazu auf den freistehenden Glockenturm Campanile – ein "Muß" für jeden Venedigbesucher. Die Schlange der Wartenden hat sich bereits bis auf den Markusplatz ausgedehnt. Dank dem modernen und schnellen Fahrstuhl geht es aber sehr zügig voran. Mit dem Bau des Campanile wurde bereits im 10. Jh. begonnen. Im Jahr 1902 stürzte der Turm allerdings ein und wurde dann originalgetreu wieder aufgebaut. Der Blick von oben auf die Stadt herunter ist wirklich beeindruckend. Der Blick reicht über die Gassen und Kanäle der Stadt bis hin zur Insel Lido, die die Lagune vom Meer abgrenzt. Nur schwer können wir uns von der faszinierenden Aussicht trennen.

 
Blick vom Companile / Tauben auf dem Markusplatz

Als nächstes steht die Markuskriche auf dem Programm. Eine Besichtigung des Dogenpalastes währe sicher auch interessant gewesen; aus Zeitgründen verzichten wir jedoch darauf. Die Markuskirche wurde in den letzten Jahren renoviert und erstrahlt nun wieder in altem Glanz. Die prunkvolle Außenfassade mit ihren fünf Portalen ist reich mit Mosaiken geschmückt. Über der Balustrade stehen die berühmten "Pferde von San Marco". Der Innenraum besticht durch die vergoldeten Decken- und Wandteile. Im Inneren sind auch die Originale der "Pferde von San Marco" aufgestellt, da sich außen nur die Nachbildungen befinden. Auch der Balkon der Westfassade zum Markusplatz hin, ist zugänglich.

 
Markuskirche / Mosaik an der Fassade


Detail Mosaik

 
venezianischer Löwe / in der Markuskirche

 
Pferde von San Marco / Blick vom Balkon

Wir erkunden nun zu Fuß weiter das Zentrum von Venedig. Zunächst machen wir einen Schlenker über den Markusplatz mir seinen unzähligen Tauben. Dann gehen wir durch die schmalen Gassen nach Norden, grob in Richtung Rialtobrücke. Es geht immer wieder über Brücken die über die vielen kleinen Kanäle führen. Die Kanäle werden von mit Touristen besetzen Gondeln, aber auch von Lastkähnen befahren. Schließlich kommen wir zur Rialtobrücke. Sie befindet sich im Zentrum des alten Handels- und Bankenviertels. Die Brücke kann man auf drei Wegen überqueren. Über den Mittelgang, zwischen den Kaufläden hindurch, die sich auf der Brücke befinden oder aber an den Seiten entlang. Von der Brücke aus haben wir eine gute Aussicht auf den Canale Grande, den Hauptkanal. Hier reihen sich die prächtigen Paläste aneinander.

 
kleiner Nebenkanal / Canale Grande


Palast am Canale Grande

 
Rialto Brücke / Canale Grande

Vom Schiffsanleger an der Rialto Brücke fahren wir mir einem Linienschiff weiter zur Insel Lido. Wir durchfahren zunächst den Canale Grande und haben so eine Aussicht auf die Paläste. Diese sind zum überwiegenden Teil aufwendig restauriert worden.

Dann geht es in die Lagune hinaus und wir lassen die Stadt langsam hinter uns. Nach kurzer Fahrt legt das Schiff an der Insel Lido an. Die Insel schützt die Lagune von Venedig vor dem offenen Meer und hier befindet sich, wie der Name schon sagt, der Badestrand (ital.=Lido) von Venedig. Die Insel ist 12 km lang und maximal bis zu 800 Meter breit. Der Lido ist nach wie vor ein elegantes Seebad, auch wenn er heute nicht mehr der "feinen Welt" vorbehalten ist.

 
Blick von Lido nach Venedig / Hotel am Strand


Strand

Wir durchqueren einmal die Insel von der Lagunenseite her zum Adriastrand. Die großen historischen Hotelbauten zeugen von der Blütezeit der Insel, die sich bis heute ihr vornehmes Ambiente bewahren konnte. Es ist bereits später Nachmittag und wir verbringen die restliche Zeit am Strand und baden in der Adria. Gegen eine kleine Gebühr stehen vorbildliche sanitäre Anlagen und Umkleidekabinen zur Verfügung. Der Sandstrand ist breit und sauber. Die Adria hat an diesem Tag einen angenehmen Wellengang.

Wir machen uns auf den Rückweg zum Schiffsanleger auf der Lagunenseite und durchfahren auf der Rückfahrt noch einmal den Canale Grande.

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