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Reisebericht Gardasee 1999: 5. Tag – Monte Baldo
Dienstag, 27. Juli 1999
veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs
Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Torri del Benaco / Brenzone
4. Tag: Schiffahrt / Torbole
5. Tag: Monte Baldo
6. Tag: Sirmione
7. Tag: Venedig
8. Tag: Westufer
9. Tag: Verona
10. Tag: Abreise
Heute steht eine große Strecke auf dem Programm. Über San Vigilio, dem "schönsten Ort der Welt" (Aostino Brenzone), soll es dann durch das Monte Baldo Massiv gehen.
Wir fahren zunächst zum Punta San Vigilio, dem südlichsten Ausläufer des Monte Baldo. Hierbei handelt es sich um eine in den See reichende Landzunge mit einem Olivenhain, einer Villa, sowie einem Restaurant und Hotel. An der Uferstraße befindet sich ein kleiner Parkplatz. Von dort aus gehen wir eine Allee von großen Zypressen entlang, bis zur Villa Brenzone. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jh. und wurde vom Humanisten Agostino Brenzone gebaut, der sich hier mit befreundeten Künstlern traf.

Zypressen Allee / Villa Brenzone
Da die Villa heute in Privatbesitz ist, kann sie nicht besichtigt werden. Vor der Villa führt eine mit Natursteinen gepflasterte Straße zum See herunter. In einer kleinen Bucht liegt hier ein Gebäudekomplex, der ein Hotel und ein Restaurant beherbergt. Gleich davor befindet sich ein kleiner Hafen. Es ist nicht übertrieben, hier von idyllisch und malerisch zu sprechen.

Hafen und Hotel
Das das Hotel, sowie das Restaurant für Normalverdiener nicht erschwinglich sind, zeigt sich bereits an der Yacht im Hafen und an den Autos, die vor dem Hotel parken: die neuesten Modelle von Ferrari und Lamborghini.
Wir setzen unsere Fahrt fort. Nun geht es mit dem Auto durch das Monte-Baldo Massiv. Zunächst geht es an der Gardesana Orientale entlang nach Garda und von dort aus dann in die Berge. Beginnend etwa auf der Höhe von Garda zieht sich das längliche Bergmassiv, mit dem Kamm des Monte Baldo als Höhepunkt, bis hin nach Torbole im Norden. Folgende Route haben wir uns ausgesucht: Garda – S.Vérolo – Caprino Veronese – Spiazzi – Ferrara di Monte Baldo – S. Valentino – Brentònico – Mori – Torbole. Die Straße führt an der östlichen Seite der Berge entlang, die das Tal der Etsch vom Gardasee trennen. Auf der wenig bekannten Strecke treffen wir bis auf einige Wanderer kaum Touristen an. Für den Winter sind an einigen Abschnitten Skipisten eingerichtet. Zwischen Vignól und Spiazzi halten wir kurz an, denn hier bietet sich eine Aussicht in das Etschtal. Die Etsch und die Autobahn sind zu erkennen. Wir setzen unsere Fahrt durch die Alpenlandschaft fort. Hier wird uns erst wieder bewußt gemacht, daß wir uns eigentlich in den Alpen befinden, was man durch den mediterran wirkenden Gardasee leicht vergessen kann. Gelegentlich blockieren Kühe die Fahrbahn. Die Berge um uns herum sind zwischen 1500 und 2000 Meter hoch und es gibt nur noch vereinzelt Waldbewuchs.

Blick auf die Etsch / Fahrt durch den Monte Baldo

Monte Baldo / Kühe auf der Straße
Nach einigen kleinen Zwischenstops kommen wir an dem kleinen Stausee Logo di Pra del la Stua vorbei, den man von der Straße aus leider nicht sehen kann. Die Fahrbahn ist merklich schmaler geworden und windet sich in Serpentinen, teils recht steil, durch die Berglandschaft. Die Straße verläuft nun stetig bergab und schließlich erreichen wir Mori. Von Mori aus geht es dann nach Torbole zurück zum Gardasee, wo wir gegen Mittag erschöpft ankommen. Das nächste Ziel heißt Malcésine und von Malcésine aus wollen wir noch einmal zum Monte Baldo. Diesmal allerdings mit der Seilbahn auf den Gipfel.
Wir parken unserer Auto auf dem Parkplatz vor der Seilbahnstation, der sich in einem kleinen Olivenhain befindet. Die Talstation der Seilbahn liegt in 106 Meter Höhe. Von hier aus geht es dann über eine Zwischenstation (572 Meter) zur 1790 Meter hoch gelegenen Bergstation auf den Monte Baldo hinauf. Die Seilbahn fährt alle 30 Minuten. Da am heutigen Tag recht gute Sicht herrscht, was im Sommer nicht oft der Fall ist, ist der Andrang an der Bahn sehr groß. In den heißen und teilweise stickigen Warteräumen drängen sich die Besucher. Dafür werden wir aber mit einer wunderbaren Aussicht aus der Gondel heraus auf Malcésine und den Gardasee belohnt. Allerdings brauchen wir für die Fahrt, die eigentlich zur 20 Minuten dauert, 90 Minuten.

Blick von der Seibahn aus auf Malcésine

Bergstation der Seilbahn
Wir sind auf der Bergstation angekommen. Einen eigentlichen Gipfel "Monte Baldo" sucht man allerdings vergebens, vielmehr handelt es sich um einen Bergkamm der vom Monte Altissimo di Nago (2078 m) im Norden bis hin zum Monte Maggiore (2200 m) im Süden reicht. Für Wanderer ist an der Bergstation der Seilbahn beginnend ein Wanderweg über den Kamm des Monte Baldo eingerichtet. Wir wandern ein Stück über die grünen Almenwiesen in Richtung Norden. Kühe weiden hier und es finden sich die für die Alpen typischen Bergblumen.

Almenweide / Bergblumen
Der Berg fällt zum See hin steil ab, so das wir den Gardasee praktisch aus der Vogelperspektive betrachten können. Leider ist, wie so oft im Sommer, nun doch Dunst aufgekommen, der die Sicht beeinträchtigt. Wir beobachten, wie die als kleine Punkte erkennbaren Fährschiffe von der einen Seite des Ufers zur anderen fahren. Die Orte am Ufer lassen sich ausmachen und es zeigt sich deutlich, die schmale und längliche Form des Sees.

Gardasee vom Monte Baldo aus

Nordteil des Sees
Wir wandern weiter. Teilweise kommen Menschen mit überdimensionalen Rucksäcken des Weges. Hierbei handelt es sich um Paragleiter, die die günstigen Fallwinde des Monte Baldo nutzen. Am nördlichen Ende der Almenwiesen stehen wir plötzlich am Rand einer Steilwand, die zum See hin abfällt. Von hier aus haben wir einen hervorragenden Blick nach Riva und Torbole, dem Nordende des Gardasees.
Wir machen uns auf den Rückweg zur Seilbahn. Die Abfertigung ist nun recht zügig. Wieder in Malcésine angekommen, bummeln wir noch kurz durch die kleinen verwinkelten Gassen mit ihren unzähligen Souvenirshops zum Hafen.

Im Ortskern von Malcésine
Zurück in unserem Hotel in Brenzone nehmen wir ein erfrischendes Bad im Gardasee. Nach dem Essen um 20 Uhr geht es noch einmal los. Wir fahren in den kurz vor Peschiera gelegenen Freizeitpark "Gardaland".
Schon bei der Anfahrt beeindruckt die riesige Parkplatzanlage und das imposante Eingangsportal des Parks. Im Sommer hat das Gardaland bis Mitternacht geöffnet und ab 20 Uhr beträgt der Eintritt nur noch umgerechnet 26 DM pro Person. Der Park ist liebevoll angelegt und wird mit seinen Fahrgeschäften und Attraktionen den Erwartungen an einen modernen Freizeitpark auf jedem Fall gerecht. Wir wagen eine Fahrt mit der hochmodernen Loopingbahn und der Wildwasserbahn. Alle Fahrgeschäfte sind in aufwendige Kulissen eingebaut, die in der abendlichen Beleuchtung besonders gut wirken. Am Rand der Wege stehen große Wasserzerstäuber, an denen man sich erfrischen kann.

Eingang Gardaland / Karussell
Um 23.40 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Ein anstrengender und abwechslungsreicher Tag geht zu Ende.
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