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Reisebericht Gardasee 1999: 4. Tag – Schiffahrt / Torbole

 Montag, 26. Juli 1999
  veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs

Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Torri del Benaco / Brenzone
4. Tag: Schiffahrt / Torbole
5. Tag: Monte Baldo
6. Tag: Sirmione
7. Tag: Venedig
8. Tag: Westufer
9. Tag: Verona
10. Tag: Abreise

Gleich nach dem Frühstück fahren wir nach Torri del Benaco. Es ist Montag und hier findet der Wochenmarkt statt. Die Marktstände ziehen sich von der Burg entlang bis um den Hafen herum. Gegen 9.30 Uhr herrscht bereits ein quirliges Treiben. Neben Touristen sind viele Einheimische hier und feilschen mit den Händlern um die Preise. Es werden vor allem Lederwaren, Bekleidung und Textilien angeboten. Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind allerdings stark unterrepräsentiert. Wir finden nur einen Stand mit Obst und Gemüse. Vom unteren Teil des Hafens aus haben wir einen besonders guten Blick auf die Stände und das bunte Treiben.

 
Markt in Torri del Benaco / Das Schiff kommt

Um 11.10 Uhr geht es mit dem Schiff weiter. Wir wollen ganz in den Norden nach Torbole. Von Mitte März bis Oktober gibt es einen Linienverkehr zwischen allen wichtigen Orten des Gardasees. Neben den Motorschiffen und Autofähren fahren auf manchen Strecken auch die besonders schnellen Tragflächenboote.

Eine Schiffsfahrt am Gardasee ist in jedem Fall empfehlenswert, denn erst so wird einem die eindrucksvolle Lage des Sees zwischen den hohen und teils steilen Bergen deutlich und man hat freie Sicht auf die verschiedenen Uferabschnitte.

Rechtzeitig bevor das Schiff eintrifft kommt der Fahrkartenverkäufer angeradelt und baut an der Anlegestelle sein kleines Tischchen auf. Unser Motorschiff, die Brescia, legt ab. Zunächst gehen wir auf das Sonnendeck, das allerdings überfüllt und zum Fotografieren zudem ungeeignet ist. Das untere Deck des Schiffs, das eigentlich eine Fähre ist, hingegen ist fast leer und bietet eine gute Aussicht zu allen Seiten.

 
Häuser am Ostufer / unser Hotel


Berge des Ostufers

Anfangs fährt unser Schiff an der Ostküste entlang. Anlegestellen sind Pai, Brenzone und Assenza. Eindrucksvoll tun sich uns die hohen und dicht bewachsenen Hänge des Monte Baldo Massivs auf. Auch die vielen kleinen Häuser an den Hängen, die von der Straße aus gar nicht zu sehen sind, können wir vom Schiff aus erkennen. Wir kommen ebenfalls an unserem Hotel vorbei. Letzter Halt am Ostufer ist Malcésine mit seiner hübschen Burg.

 
Malcésine / Scaligerburg

Dann überquert unser Schiff den See zum Westufer hin. Das Westufer besteht im Gegensatz zum begrünten Ostufer aus bis zu 2000 Meter hohen Bergen, mit teilweise steil in den See abfallenden Felswänden. Die Felswände im nördlichen Teil, die direkt in den See abfallen, sind zwischen 400 und 550 m hoch. Die Uferstraße des Westufers, die Gardesana Occidentale, führt hier durch in den Berg gehauene Tunnel und Galerien. Die Galerien sind vom Schiff aus gut zu erkennen.

 
Berge des Westufers / Galerie der Gardesana Occidentale

Als nächstes läuft unser Schiff Limone an. Dicht drängt sich der Ort an den Felsen. Über Limone ragen riesige unbewachsene Kalkfelsen empor. Vom Wasser aus können wir die ehemaligen Limonenplantagen, für die Limone bekannt ist, erkennen.


ehemalige Limonenplantage

Von Limone aus steuert das Schiff dann in Richtung Nord-Ost direkt Torbole an. Schon bei der Anfahrt zeigt sich, als was Torbole bekannt ist: als Paradies für Surfer. Zu Hauf sind die Surfer vor Torbole unterwegs und das hat seine guten Gründe: hier gibt es besonders vorteilhafte Windverhältnisse.

Am sehr schön angelegten Kieselstrand von Torbole ist es voll. Surfer, Schwimmer und "Amstrandlieger" genießen die warmen Temperaturen und den erfrischenden Wind. Wir tun es ihnen gleich und setzen uns an den Strand. Von hier aus haben wir einen wunderbaren Blick auf den See in Richtung Süden. Nach einer Stunde geht es dann weiter. Wir gehen ein wenig durch Torbole und essen in einem Restaurant, das wir noch aus unserem letzen Urlaub, den wir im Frühjahr 1997 hier verbracht haben, kennen. Nach dem Essen setzen wir unseren Weg fort und gehen zur oberhalb von Torbole auf einem Hügel gelegenen Pfarrkirche Sant’t Andrea. Vom Kirchplatz aus reicht der Blick über den alten Ortskern Torboles hinaus zum nördlichen Gardasee.

 
Surfer vor Torbole / Blick Richtung Süden

 
Strand / Blick vom Kirchplatz

Um 16.30 Uhr fahren wir wieder mit dem Schiff zurück nach Torri del Benaco und sind gerade pünktlich zum Abendessen wieder im Hotel.

Gegen 20.30 Uhr geht es noch einmal los: wir machen einen Abstecher nach Bardolino. Bardolino ist etwas südlich von Garda gelegen. Der Ort gehört zu den beliebtesten Ferienzielen am Gardasee. Bekannt ist Bardolino aber vor allem für seinen Wein, den "Bardolino". Es ist bereits dunkel, als wir mit unsem Auto auf einem ein wenig vom Zentrum abgelegenen Parkplatz ankommen. Bardolino unterscheidet sich, trotz der engen Nachbarschaft, wesentlich von Garda. Während man sich im mittelalterlich wirkenden Garda durch enge verwinkelte Gassen schlängelt, sind die Straßen und Gassen von Bardolino geradliniger und wirken etwas kühler und eleganter. Dies hängt sicherlich damit zusammen, das der Ortskern Bardolinos jünger ist als der von Garda. Wir gehen durch den Ortskern bis hin zur Promenade. Hier herrscht auch um diese Zeit noch reges Treiben. Vorbei am Hafen kommen wir zum Herzen des Ortes, der Piazza Mateotti mit der Pfarrkirche Santi Nicolò e Severo. Die Straße ist mit großen hellen Steinplatten ausgelegt. Der Blick konzentriert sich jedoch gleich auf die gelb angeleuchtete Kirche mit ihren vier Säulen am Portal.

 
Santi Nicolò e Severo / kleine Gasse

 
Abendessen unter freiem Himmel

Wir gehen durch die Gassen des Ortes mit seinen vielen Boutiquen, Restaurants und Souvenirshops, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

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