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Reisebericht Gardasee 1999: 3. Tag – Torri del Benaco / Brenzone
Sonntag, 25. Juli 1999
veröffentlicht in Fotos, Gardasee, Italien, Unterwegs
Übersicht:
1. Tag: Anreise Teil 1
2. Tag: Anreise Teil 2
3. Tag: Torri del Benaco / Brenzone
4. Tag: Schiffahrt / Torbole
5. Tag: Monte Baldo
6. Tag: Sirmione
7. Tag: Venedig
8. Tag: Westufer
9. Tag: Verona
10. Tag: Abreise
Heute steht erst einmal die nähere Umgebung auf dem Programm. Nach dem Frühstück machen wir uns zunächst auf den Weg ins südlich gelegene Torri del Benaco, um dann wiederum in nördlicher Richtung unseren Ausflug fortzusetzen.

Blick aus Hotelzimmer
Torri del Benaco – der schon seit 4000 Jahren besiedelte Ort trägt noch den alten Name des Gardasees in sich: Benaco See. Wir parken hinter der Burg und kommen zunächst an der Limonaia vorbei – einem Freilichttreibhaus, welches die Zitruspflanzen vor der Kälte im Winter schützt. Die Zeiten in der die Zitruspflanzen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Gardasee waren, sind allerdings längst vorbei. Die letzen noch erhaltenen Limonaie stehen unter Denkmalschutz. Die Limonaia von Torri del Benaco ist der Scaligerburg angegliedert, für dessen Bau im Jahr 1760 die Südmauer der Burg eingerissen wurde. Es handelt sich um die letzte erhaltene Limonaia am Ostufer.
Wir gehen an der Westseite der Scaligerburg entlang zum Hafen. Der Hafen reicht weit in das Ortsinnere hinein und wird von Häusern gerahmt, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammen. Gleich hinter dem Hafen trägt die Scaligerburg von 1383 dazu bei, dem Ort ein mittelalterliches Ambiente zu verleihen. Nachdem wir eine Weile am Hafen entlang gegangen sind, besichtigen wir die Scaligerburg. Die 5000 Lira Eintritt sind, wie sich zeigen soll, gut angelegt.

Limonaia / in der Limonaia

im Museum
In den unteren Etagen gibt es eine Ausstellung über alte Fischereitechnik am Gardasee und die Geschichte des Ortes. Weiter geht es durch den Zitronenhain der Limonaia hoch auf die Wehrgänge und Türme der Burg. Von hier aus haben wir einen hervorragenden Ausblick auf den Ort und dessen Umgebung.

Blick von der Scaligerburg / Aussicht nach Norden

Scaligerburg und Hafen / Hafen

am Hafen / Promenade
Wir gehen die hübsche, von Platanen gesäumte, Uferpromenade entlang. Torri del Benaco ist mit Sicherheit einer der schönsten Orte am Ostufer, wenn nicht sogar der schönste des gesamten Gardasees. Auf dem Rückweg schlängeln wir uns durch die malerischen und sehr gepflegten Gassen. Hier gibt es viele Boutiquen und andere kleine Geschäfte.

im Ortskern von Torri del Benaco

Torri del Benaco
Immer wieder bietet sich eine Aussicht durch die Straßen hindurch zum See. Wir lassen uns kurz auf einer Bank an der Uferpromenade nieder und genießen den Blick auf den See.
Dann geht es weiter nach Castelletto di Brenzone. Heute ist Sonntag und sehr viele Italiener aus den Großstädten der Nähe des Gardasees sind gekommen. Überall an der Gardesana Orientale stehen die Autos der Ausflügler. Uns gelingt es dennoch einen Parkplatz in einer Kurzparkzone zu ergattern.
Die Gemeinde Brenzone ist ein Zusammenschluß aus insgesamt acht Dörfern: Castelletto, Marniga, Porto und Magugnano gehören dazu. Die Siedlungen befinden sich teilweise am Ufer des Sees, teils aber auch an den Berghängen jenseits der Uferstraße. An der Gardesana Orientale reiht sich ein Hotel an das nächste, trotzdem geht es in Brenzone im Vergleich zu anderen Orten eher ruhig zu. Da wir von Torri del Benaco aus Süden kommen, ist unser erster Halt Castelletto di Brenzone. Der Ort hat einen kleinen, mit einer Kaimauer vom See abgetrennten Hafen. Hier befinden sich auch allerlei Cafes und Restaurants. Nach einem kurzen Bummel am Hafen entlang überqueren wir die Gardesana Orientale und erkunden den Ortsteil an der dem Berg zugewandten Seite. Hier tut sich uns eine ganz andere Welt auf. Während der ufernahe Teil vom Tourismus geprägt ist, scheint hier die Zeit stehengeblieben zu sein. Enge Gassen winden sich steil den Berg hinauf; dicht aneinander gedrängt stehen die grau verputzten Häuser; in den Häusern wird gerade das Mittagessen zubereitet; Stimmen dringen nach draußen, sonst ist es ruhig. Hier spüren wir noch deutlich die Atmosphäre der alten Fischerdörfer, wie sie wohl alle, vom Tourismus noch unberührt, einmal ausgesehen haben müssen.

kleine Gasse / Olivenhain

Blick auf den See herunter
Wir gehen weiter die steilen Straßen hinauf. Am oberen Ende des Ortes befindet sich, für den Gardasee typisch, ein Olivenhain. Wir gehen ein Stück parallel um See durch den Hain und haben einen sehr guten Ausblick auf den See und den Ort. Die Oliven sind noch sehr klein, aber schon zu erkennen. Steinmauern befestigen den steilen Hang. Wir machen uns auf den Rückweg und fahren weiter nach Magugnano.
Magugnano ist ein kleiner, sehr beschaulicher Ort. Wir gehen zu dem direkt am See gelegenen Rathaus. Im Vorraum des Rathauses befindet sich der Stein von Castelletto. Auf dem vermutlich 4000 Jahre alten und 2 mal 4 Meter großen Stein haben die Ureinwohner des Gardaseegebietes Zeichnungen hinterlassen. Die Bedeutung konnte bis heute nicht endgültig geklärt werden.

Stein von Castelletto / Detail vom Stein
Es geht weiter, vorbei an Porto di Brenzone. Diesen Ort mit seinem "Miniaturhafen" (nur zwei Bootsreihen) besichtigen wir jedoch nicht. Eigentlich sollte es nun weiter in das Monte Baldo Massiv gehen, aber die Berge sind heute von dichtem Nebel verhangen. So beschließen wir zum Hotel zurückzufahren und verbringen den Nachmittag am Strand vor dem Hotel. Das Wasser hat mit 20°C eine angenehme Temperatur. Der Strand besteht aus großen, teilweise spitzen Kieselsteinen. Für einen reinen Badeurlaub ist dieser Teil des Gardasees sicherlich weniger geeignet. Hier muß man sich das Wasser allerdings nicht mit einer Vielzahl von Surfern und Touristen teilen.
Nach dem Abendessen in unserem Hotel machen wir uns auf den Weg nach Garda. Der 3500 Einwohner zählende Ort gab dem See seinen neuzeitlichen Namen. Als wir gegen 20.30 Uhr in Garda ankommen, herrscht hier schon reges Treiben und hohes Verkehrsaufkommen. Parkplätze finden sich nur noch auf den kostenpflichtigen Großparkplätzen am Rand des Zentrums. Die Dämmerung ist bereits angebrochen und wir gehen in die Altstadt. Den historischen Kern von Garda bildet das venezianische Viertel, dass sich zwischen den beiden Stadttoren befindet. In den mittelalterlich wirkenden verwinkelten Gassen gibt es eine Vielzahl von Boutiquen, Restaurants und anderen kleinen Geschäften. In der abendlichen Beleuchtung wirkt alles besonders glanzvoll.

in der abendlichen Altstadt von Garda
Weiter geht es zur Uferpromenade. Vor der Kulisse der Häuser des alten Stadtkerns reiht sich hier ein Café an das nächste. Ein Teil der von Alleebäumen gesäumten, sehr breiten Promenade wird von den Stuhlreihen der gut besuchten Cafés eingenommen. Sehenswert ist auch der Hafen von Garda. Zwar wurde der sonst für den Gardasee typische, in das Ufer eingeschnittene Hafen durch eine Anlage mit in den See hinausreichender Mole ersetzt, aber der Hafen hat trotzdem seinen Reiz.
Garda lebt heute zwar zum größten Teil vom Tourismus, hier gibt es aber dennoch die meisten Fischer des gesamten Gardasees. Viele ihrer Boote liegen malerisch im Hafenbecken. Vom Hafen aus gehen wir weiter Richtung Norden und kommen zur Villa Albertini, einer der Adelsvillen von Garda. Dieses Villen befinden sich in Privatbesitz und können deswegen nicht von innen besichtigt werden. Die Villa Albertini macht selbst im Halbdunkel noch einen imposanten Eindruck. Das mächtige Gebäude ist von einer hohen Mauer und eindrucksvoll großen, zurechtgestutzten Bäumen umgeben.

am Hafen / Villa Albertini
Wir beenden nun unseren Rundgang durch das abendliche Garda und machen uns auf den Rückweg.
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